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20. Juni 2013, 19.00 Uhr

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Objekt des Monats Februar

Rede anlässlich der Filmpräsentation „Unheimliche Begegnung. Davidstern und Hakenkreuz“

Erste Seite der Rede von Bernhard Frankfurter zu "Unheimliche Begegnung" (Miniaturansicht) Zweite Seite der Rede von Bernhard Frankfurter zu "Unheimliche Begegnung" (Miniaturansicht) Dritte Seite der Rede von Bernhard Frankfurter zu "Unheimliche Begegnung" (Miniaturansicht)

(Mit Klick auf die einzelnen Seiten gelangen Sie zur Großansicht.)

Aufschrift: „UB Präsentation 27/2/96 # Gemeindezentrum / B.F.“ (Autograph von Bernhard Frankfurter)
Maße: 30 x 21 cm
Aus dem Teilnachlass von Bernhard Frankfurter, ZPH 1335

Aus Anlass des 10. Todestages von Bernhard Frankfurter am 2. Februar 2009 zeigt die Wienbibliothek die von ihm verfasste Rede zur Filmpräsentation „Unheimliche Begegnung. Davidstern und Hakenkreuz“. Dieses Manuskript befindet sich im Teilnachlass von Bernhard Frankfurter, der 2005 von der Handschriftensammlung der Wienbibliothek im Rathaus übernommen wurde und zu einem Großteil aus Tagebüchern, Traumbüchern und Notizen besteht.

Im Jahr 1995 stellte der Filmregisseur und Drehbuchautor Bernhard Frankfurter (1946–1999) seinen Film „Unheimliche Begegnung. Davidstern und Hakenkreuz“ (Wien, WEGA-Film) fertig, dem auch das Buch „Die Begegnung. Auschwitz. Ein Opfer und ein Täter im Gespräch“ (Wien: Verlag für Gesellschaftskritik 1995) folgte. Anlässlich der Filmpräsentation entwarf Frankfurter vorliegende Rede, in der er seine Intentionen und Überlegungen zusammenfasst. Er erklärt darin seine Definition des so genannten „Minus-Komplexes“ als ein „Phänomen der Vernichtung in seinen vielfältigen Gestalten.“

Frankfurter konfrontiert in seinem Film Täter und Opfer des Holocaust und betrachtet ihre Begegnung als dialogische Form der Aufdeckung. Nach seinem ersten Film zum Thema, „Liebe das Leben – lebe den Tod“ (1989) folgte „Unheimliche Begegnung“, in dem der Arzt Dr. Hans Wilhelm Münch (von 1943 bis Ende 1944 Chef des Hygiene-Institutes in Auschwitz) Dagmar Ostermann (von 1942 bis November 1944 Häftling in Auschwitz) begegnet. Frankfurter hatte das Treffen bereits im Jahr 1988 gedreht, entsprechend der Thematik entschied er sich bezüglich der Bilder für eine sparsame Dramaturgie: Mit nur drei synchron geschalteten Kameras wurde die Konfrontation im Studio gedreht.

Wie Frankfurter auch in seinem Redeentwurf betont, geht es in seinem Film vor allem um die Auseinandersetzung zwischen zwei entgegen gesetzten und in einem „absurden“ Sinn zusammengehörenden Welten. Frankfurter versucht hier über die Konfrontation zwischen Täter und Opfer die Motive und Mechanismen der Vernichtung zu decouvrieren.

Bei dem dreiblättrigen Manuskript handelt es sich um die eigenhändig verfasste Rede samt Notizen, die Frankfurter auf der Rückseite eines Computerausdrucks notierte. Palimpsestartig finden sich hier Aufzeichnungen zum Filmprojekt „Women and War“.